Am Reformationstag machten wir uns als Gemeinde mit Jung und Alt auf den Weg zur Nachtwanderung. Besonders für die Kinder war es aufregend, lange aufzubleiben und mit Eltern und Freuden draußen im Wald zu laufen, wenn es ruhig und finster geworden ist. Mit Taschenlampen und Fackeln bepackt wanderten wir also gut eine Stunde durch den Wald. Das Aufregende an der Wanderung war, dass wir im Dunkeln unsere Umgebung anders wahrgenommen haben: Farben und Konturen lösten sich auf, wir mussten uns mehr auf unsere Sinne konzentrieren und nahmen Geräusche und Gerüche stärker wahr. Ein bisschen unheimlich war es auch, aber total spannend und aufregend!

Wir sind ein Stück auf dem Weg zwischen Rauenzell und Burgoberbach gelaufen, wo ein sogenannter Bibelweg angelegt ist. Am Wegesrand finden sich Bibelverse auf Steinen und Tafeln. Diese haben wir uns angeschaut und versucht zu merken.

Auf der Mitte des Weges haben wir einen kurzen Input gehört, was am Reformationstag vor 500 Jahren passierte. Martin Luther dachte Tag und Nacht viel über Gott und die Bibel nach und rang mit der Frage: Wie kann ich einmal vor Gott bestehen? Dann wurde ihm klar: Nicht wir sind es, die Gerechtigkeit vor Gott erreichen müssen, nein, sondern Gott möchte uns diese Gerechtigkeit schenken. Wir brauchen dafür nichts zu tun, ja, wir können dafür gar nichts tun. Am Kreuz hat Jesus Christus uns diese Gerechtigkeit erworben. Wir bekommen diese Gerechtigkeit allein durch den Glauben. Was für ein Geschenk!

Am Ende haben wir uns noch am Lagerfeuer aufgewärmt. Jeder brachte etwas zum Essen für das Büfett mit. Wir genossen den Abend mit guten Gesprächen und Gemeinschaft.

Constanze Wesche